Ambrosia Huxaria

Kaum sind die Kirschen vom Baum, warten auch schon die Himbeeren auf eine fürsorgende Hand.

Vor allem dann, wenn der werte Herr Vater zur Erntezeit die heimischen Gefilde und die himmlisch duftenden Himbeersträucher gegen ein unweit gelegenes Feriendomizil eintauscht.

Und so harrten die verführerisch duftenden Beeren ihrer Bestimmung: unter der Anleitung der Tante zu halb flüssigem Ambrosia verarbeitet zu werden.

Nachdem dieses wunderbare Gelee im Frühjahr mal bei ihr auf den Frühstückstisch kam, war für mich klar, was in diesem Jahr mit den Himbeeren aus des Vaters Garten geschehen würde.

Dafür haben wir die frischen Früchte verlesen und sie in einem Topf knapp mit Wasser bedeckt. Ordentlich unter Dampf gesetzt und so lange köcheln lassen, bis der Schaum sich auflöst. Hernach haben wir die Masse abgeseiht und sie behutsam in einem Sieb Platz nehmen lassen. Dort durften sie dann schonend abtropfen. Die Tante schwört auf 1:1 Gelierzucker, daher kam er dann in die gesammelte Flüssigkeit und ist mit ihr zusammen aufgekocht worden.

Nun noch schnell ins Glas gefüllt und schon kann geschlemmt werden.

Und da ich die weltbeste Schwester bin, teile ich meine Beute auch brüderlich. Oder so.

Nachtrag: Das Ambrosia Huxaria hat im fernen Katalanien neue Freunde Liebhaber gefunden.

Beim letzten Besuch meines besten Freundes und seiner Herzdame kam beim Frühstück auch das letzte Glas dieser quasi richensaroten Köstlichkeit auf den Tisch und ließ sich nur schwerlich wieder aus den Händen der zauberhaften Maria zurückerobern. Und so ist das Glas nebst Inhalt in das ferne Barcelona ausgewandert.

Einige Wochen später folgte dann die flehendliche Bitte, doch noch einmal ein Glas hinterher zu schicken. Diesem Wunsch hätte ich gern entsprochen. Allein die Vorräte der letzten Ernte waren hinfort. Also habe ich von den noch jungen Trieben ein Bild gemacht und den frischgebackenen Eltern mitgeteilt, dass ein Teil der neuen Ernte als Stärkungsmittel gegen Schlaflosigkeit und Nervenschwäche ganz bestimmt den Weg gen Süden nehmen wird. Und wer weiß: vielleicht hilft es ja auch der zuckersüßen kleinen Deike alsbald gegen Schlaflosigkeit…

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Ein Gedanke zu “Ambrosia Huxaria

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