Wochenende in Stadt und Land

Für dieses Wochenende hatte ich mir Einiges vorgenommen, denn es stand Besuch ins Haus. Die liebe Richensa hat sich angekündigt.

Als ich um die Jahreswende herum bei ihr zu Besuch war, haben wir mal ein paar Gagfotos gemacht und das Schönste davon als Neujahrsgruß an die liebe Familie geschickt. Sowohl die Qualität des Bildes an sich als auch die Qualität des Ausdrucks vom Fotoautomaten beim Drogeristen der Wahl sind nicht als Knaller zu bezeichnen. So kam die zündende Idee bei der Suche nach einem Fotografen meines Vertrauens, den ich für neue Bewerbungsbilder suchte: ein „Girlfriend-Shooting“ oder hier und da auch als „Freundefotos“ bezeichnet.

Schnell die Erwartete angerufen und etwas von „Mottoparty“ und irgendein Oberteil „so eher in lila oder berry“ gefaselt. So ganz hat es nicht geklappt mit dem Farbwunsch, denn sie kam in Richensarot und Grau. Eingeweiht habe ich sie dann aber doch noch am Freitag abend, denn vor dem Shooting kommt das Styling und die Geschichte mit einer Party morgens um elf hätte ich ihr nicht mal mit den kulturellen Besonderheiten in diesem Bundesland erklären können.

Die Bilder, die es durch die strenge Zensur der beiden Damen geschafft haben, waren auch schnell geschossen und gewählt und zur Entspannung nach so viel Aufregung am frühen Morgen sind wir erst in ländlich gelegene Wunstorf zum Shoppen in den Lieblingsjeansdealerladen gefahren, um uns danach in einem jüngst entdeckten Hofcafé bei Kaffee und Kuchen zu stärken. Im romantisch verschneiten Hohnhorst hat die Familie Bruns aus ihrem Hof ein florierendes Unternehmen mit Bioladen und Cafébetrieb gemacht. Gerade letzterer läuft so gut, dass bereits kurz nach der Jahreswende die Termine für die Feiertagsevents um Ostern herum mit dem Tipp, lieber rechtzeitig zu reservieren, die Hinvweistafel vor der Türe ziert.

In der umgebauten und lichtdurchfluteten Scheune mit viel Platz für hungrige Gäste haben wir uns einen Tisch am ehemaligen Hoftor zum Garten ausgesucht. Die einzigen anderen Gäste, denen schon vor 14:00 Uhr nach Kaffee und hausgemachten Kuchen und Torten war, saßen am Nachbartisch und schlemmten ebenso hemmungslos wie wir.

Auf der Karte stehen jahreszeitlich angepasste Leckereien, nicht mehr als zehn an der Zahl. Die Pflaumen-Zimt-Torte, die mein Interesse weckte, war dann aber doch so mächtig, dass mir meine zauberhafte Begleitung helfen musste. Den obligatorischen Earl-Grey-Tee habe ich jedoch alleine geschafft.

Frisch gestärkt und voller Tatendrang sind wir dann noch nach Bückeburg weitergefahren. Das war mal eine richtige Landpartie. Der letzte Besuch in Bückeburg lag schon eine Weile zurück – bei Richensa noch eine Weile mehr als bei mir. Ein Platz für die motorisierte Kutsche war nachmittags um drei schnell gefunden, Handschuhe und Schal schnell angezogen und enger gezogen und schon ging´s in die unerbittliche Kälte bei gefühlten 15 Grad minus. Der Empfang war wirklich eisig und ein fieser kalter Wind tat sein Übriges.

Die Fußgängerzone war komplett leer gefegt und so war auch der Plan dahin, den Weg bis zum Landesmuseum mit Zwischenstationen in dem einen oder anderen Geschäft zu überbrücken. Selbst die gastronomischen Betriebe hatten größtenteils geschlossen! Vor meinem inneren Auge fegten Büschel von Dornengestrüpp durch die leere Hauptstraße zwischen Kirche und Schloß und gewundert hätte es mich nicht, wenn so etwas tatsächlich an uns vorbei geweht wäre. Auf unserem Weg zum Museum zählten wir nicht mehr als ein tapferes Dutzend anderer Menschen in der Stadt, zu denen auch eine Familie zählte, die – wie Richensa – auf der Suche nach einer Kaufmöglichkeit für eine Mütze war.

Das Museum war genauso leergefegt wie die Straßen der Stadt. Wesentlich wärmer als draußen war es leider auch nicht, nur dem Wind war der Eintritt verwehrt. Im Schwerpunkt beschäftigt sich das Museum mit Stadt- und Landesgeschichte der Schaumburg-Lipper. Die pracht- und überaus kunstvoll gefertigten Trachten der Region bilden eindeutig einen, wenn nicht den Höhepunkt der Ausstellung.

Zum Abschluss des Tages sind wir noch zum Schloß gegangen und haben uns bei einer heißen Schokolade und einem Kännchen Assam im hauseigenen Café – verortet in der alten Hofküche – aufgewärmt.

Die roten Wangen und kalten Nasen sind langsam wieder aufgetaut und nach einem finalen Besuch im „Schloßshop“ ging es schnell zurück ins Auto und ab nach Hause, wo Glühwein und ein warmes Dinner auf uns warteten.

Ein rundum schöner Tag, der hoffentlich bald mit einer neuen Entdeckungstour wiederholt wird.

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3 Gedanken zu “Wochenende in Stadt und Land

  1. Das machen wir ganz bald wieder, so eine elegische Landpartie! Und dann sorge ich auch vorher dafür, dass mein Fotoapparat einsatzbereit ist…
    Het war echt schön jewesen…

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